Der Spineliner hilft mit moderner Technik bei der Untersuchung und Behandlung funktioneller Wirbelsäulenbeschwerden.
ärztemagazin 45/2004
Das ärztemagazin sprach mit dem Orthopäden Dr. Thomas Rustler, OA der Abteilung für orthopädische Schmerztherapie im Orthopädischen Spital Wien-Speising, über seine Erfahrungen mit dem Spineliner, der im KH Speising seit etwa einem Jahr zur Diagnostik und Therapie von Wirbelsäulenbeschwerden verwendet wird.
ärztemagazin: Was ist das Prinzip des Spineliners?
Rustler: Das Gerät sendet elektromechanische Impulse über jedem Wirbelsegment aus, die durch das Gewebe bis auf die Wirbelbogengelenke dringen und den Wirbel in Schwingung versetzen. Diese ausgelöste Schwingung wird durch einen Piezokristall gemessen, elektronisch aufbereitet und am Computerbildschirm dargestellt. Ich bekomme so eine Säulen- und Kurvengrafik, die Hinweise auf Minderbeweglichkeit oder Überbeweglichkeit, also segmentale Funktionsstörungen, gibt.
ärztemagazin: Wie erfolgt der Therapieeinsatz?
Rustler: Das Gerät gibt Impulsserien mit berechneter Frequenz ab. Für jedes zu behandelnde Segment wird eine subharmonische Frequenz generiert, die das Wirbelsegment wieder in eine gesunde Schwingung von 45 bis 55Hz bringen soll. Man kann noch die Intensität einstellen, die vom Wirbelsäulenabschnitt und von der Konstitution des Patienten abhängt.
ärztemagazin: Welche Patienten sind dafür geeignet?
Rustler: Prinzipiell alle Patienten mit Wirbelsäulenbeschwerden, besonders jene, denen auch die Anwendung der manuellen Medizin, der Chirotherapie gut tut. Das sind Patienten mit Funktionsstörungen, mit blockierten Wirbeln und mit Muskelverspannungen. Bei Patienten mit schweren Schäden der Wirbelsäule werden die begleitenden Störungen therapiert, das Grundleiden besteht natürlich weiter. Bei bewegungseingeschränkten Gelenken kann man mit dieser Therapie das Bewegungsausmaß vergrößern. Auch ist sie besonders geeignet für Patienten, die Angst vor Infiltrationen haben. Der Therapieerfolg, also die Schmerzlinderung oder die verbesserte Beweglichkeit, ist für den Patienten unmittelbar nach der Therapie spürbar.
ärztemagazin: Wie wird der Therapieerfolg gemessen?
Rustler: Das Bestechende ist ja, dass man nach der Therapie am Bildschirm direkt neben dem Bild der Erstuntersuchung das Bild der Nachuntersuchung bekommt. Ich sehe also, was ich objektiv verbessert habe. Das sollte der Arzt auch dem Patienten zeigen, denn das ist für beide eine enorm wichtige Botschaft. Generell empfehle ich eine Integration des Spineliners in ein Gesamttherapiekonzept.
ärztemagazin: Gibt es noch andere Ärzte, die den Spineliner verwenden?
Rustler: Ja, die Adressen dieser Kollegen sind unter www.spineliner.com zu finden.
ärztemagazin: Können Allgemeinmediziner selbst mit dem Spineliner arbeiten?
Rustler: Ich habe ein Konzept für eine Grundeinschulung im Rahmen eines Wochenendseminars aufgestellt. Der Einsatz des Spineliners bietet Allgemeinmedizinern, die Grundkenntnisse in manueller Medizin haben, die Möglichkeit, sich mehr für den Bewegungsapparat zu engagieren. Gerade Patienten mit Schmerzen des Stütz- und Bewegungssystems sind ja das größte Zielpublikum, das wir in den Praxen vorfinden.
Infos: OA Dr. Thomas Rustler,
Orthopädisches Spital Speising,
Tel.: 01/801 82-514,
E-Mail: thomas.rustler@oss.at
© MMA 2004, ärztemagazin 45/2004, Interview: Dr. Michaela Steiner




